Nico Rost: Goethe in Dachau

Gegen Flecktyphus kann auch Goethe nicht helfen

…und dennoch zeugt Nico Rosts KZ-Tagebuch davon, wie die Liebe zur Literatur dem Tode trotzt.

Goethe in Dachau

von Stephan Lesker

Im Konzentrationslager Dachau geht das Gerücht um, dass Goethe verhaftet worden sei, weil er sich in einer Schrift negativ über die Theorien von Hans Günther (besser bekannt als „Rassengünther“) geäußert habe. Allerdings wird er wohl freikommen, denn Hans Carossa setzt sich bei Goebbels für ihn ein. Schiller hat es da schon schwerer. Er wird von den Blockältesten gehasst, weil er sich für seine Mitgefangenen einsetzt.
Was hier als interessantes Gedankenspiel daherkommt, hatte für Nico Rost existenzielle Bedeutung. Es war eine Möglichkeit, die Gedanken an die ihn umgebenden Gräuel und an den Tod für ein paar Stunden zu verdrängen. Weiterlesen

Erik Kriek: In the pines. 5 Murder Ballads

Symbiose zwischen Musik und Graphic Novel

Erik Kriek fängt nicht nur den Sound der amerikanischen Murder Ballads ein.

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von Torsten Ehlers

Wie rezensiert man eigentlich eine Graphic Novel, bei der man zwar die Balladen, die verarbeitet wurden, kennt, aber nicht den Sound der Songs? Gut, dass es in diesem Fall von Erik Krieks In the pines. 5 Murder Ballads eine CD dazu gibt. Also ab mit der CD in den CD-Player, den Sound in sich aufnehmen und losschreiben. Weiterlesen

Roman Graf: Niedergang

Hochmut kommt vor dem Fall.

Niedergang von Roman Graf

von Nicole Kutzner

Ein gemeinsamer Urlaub
Andrés und Louises Urlaub sollte weniger ein typisch romantischer Pärchenurlaub werden, sondern vielmehr ein Abenteuerurlaub, in dem gewandert und geklettert werden sollte. Auch wenn André gerne vorgibt, dass sie den Urlaub zusammen geplant hätten, war allein er die treibende Kraft dieser Unternehmung. Und so beginnt die fünftägige Wandertour, wie sie beginnen musste. Während André es kaum abwarten kann, seinen Plan in die Tat umzusetzen, nutzt Louise jede Gelegenheit, um den bevorstehenden Aufstieg hinauszuzögern. Weiterlesen

Jasper Fforde: Die letzte Drachentöterin

Die Endlichkeit der Magie

Wie eine Zauberer-Agentur ums Überleben kämpft.

Fforde Drachentöterin

von Torsten Ehlers

Eigentlich wollte ich von Jasper Fforde nichts mehr lesen. Die Thursday-Next-Reihe hatte so viel Potenzial und endete so ernüchternd. Grau wollte ich immer anfangen, hörte dann aber, dass sich dieses Buch so liest, dass es einen weiteren Teil geben müsste. Diesen plant der gute Jasper Fforde wohl bereits seit Jahren. Habe mich dann einfach nicht getraut anzufangen. Plötzlich kommt diese Buchreihe über eine Dame namens Jennifer Strange heraus. Im Freundeskreis hieß es: Das solltest du mal lesen. Nach mehr als einem Jahr habe ich dann wieder mal einen Jasper Fforde gelesen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Weiterlesen

Sadie Jones: Jahre wie diese

„Sie liebten sich auf der dicken, weichen Matratze, die keine Sprungfedern hatte, und im feuchten Gras der sonnenbeschienenen Wiesen.“  – Sadie Jones Jahre wie diese

Jahre wie diese von Sadie Jones

von Nicole Kutzner

London Mitte der 70er Jahre

Bereits in den 60er Jahren hatte sich London zur europäischen Hauptstadt der Popkultur entwickelt, in der die Londoner ihr neu gewonnenes Lebensgefühl mit Musik, Mode und Literatur zum Ausdruck brachten. Die 70er wurden dann zwar zu dem Jahrzehnt, in dem das Vereinigte Königreich als „kranker Mann Europas“ bezeichnet wurde, weil das BIP zwei Jahre hintereinander gesunken war: Der kulturellen Szene Londons tat dies jedoch keinen Abbruch. Weiterlesen

Christina Wessely: Welteis

Eine phantastische Geschichte.

Christina Wessely erzählt die Karriere der Welteislehre.

Wessely Welteis

von Torsten Ehlers

Eins vorweg: Dieses Buch von Christina Wessely ist eigentlich ein Sachbuch, aber die Geschichte dahinter ist so unglaublich und phantastisch, dass sie sich kein Autor der Welt besser hätte ausdenken können. Was mal wieder beweist, dass die Realität doch spannende Geschichten oder Ereignisse bietet. Weiterlesen

David Prudhomme/Pascal Rabaté: Rein in die Fluten!

Sonne, Strand und Meer

David Prudhomme und Pascal Rabaté setzen der sommerlichen Auszeit ein Denkmal

Prudhomme Rein in die Fluten

von Torsten Ehlers

So ein typischer Tag am Meer läuft doch fast überall gleich ab. Zunächst gibt es den großen Kampf, dort überhaupt einmal anzukommen. Sämtliche Zufahrtsstraßen sind verstopft. Hat man es mit dem Auto bis nahe an den Strand geschafft, sind sämtliche Parkplätze belegt. Bis man dann fluchenderweise doch noch eine Lücke zum Parken gefunden. Am Strand das gleiche Schauspiel. Überall liegen schon Leute und man schaut sich um, ob es überhaupt noch einen geeigneten Platz zum liegen gibt. Weiterlesen