Andrew Michael Hurley: The Loney

Der Geist des Herrn ruht auf mir; / denn der Herr hat mich gesandt, / damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde / und den Blinden das Augenlicht; damit ich den Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Lukas 4, 18      

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von Nicole Kutzner

The Loney

Ende der 70er Jahre begibt sich eine religiöse Glaubensgemeinschaft zum wiederholten Mal auf eine Pilgerreise an die englische Küste. Doch für viele von ihnen ist es nicht einfach nur eine Pilgerfahrt, sondern eine Reise der Hoffnung. Hanny, eines der Gemeindemitglieder und Bruder des Erzählers, ist geistig zurückgeblieben und soll nun endlich an dem Wallfahrtsort The Loney geheilt werden. Weiterlesen

Tilman Rammstedt: Morgen mehr

Schrödingers Fridtjof

Tilman Rammstedts Roman Morgen Mehr – eine rasend komische Irrfahrt.

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von Stephan Lesker

Das Projekt

Es beginnt mit einem Problem. Tilman Rammstedt ist dafür bekannt, seine Manuskripte nicht unbedingt pünktlich abzuliefern. Als Verleger, der sich zu einem solchen Gebaren nun irgendwie verhalten muss, hat man natürlich vielfältige Reaktionsmöglichkeiten: Wut, Drohungen mit der Aufkündigung des Vertrages, Resignation etc.
Jo Lendle, Chef des Hanser Verlages, hatte – wohl, weil er auch Schriftsteller ist und deswegen Verständnis für Rammstedt aufbrachte – eine bessere Idee: Er „zwang“ den Autor, über drei Monate lang täglich etwas zu schreiben. Weiterlesen

Jan Böttcher: Y

Die improvisierte Welt.

Jan Böttcher beschreibt die Entwurzelung von Menschen.

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von Torsten Ehlers

Was der Mensch braucht, um geerdet zu werden, sind andere Menschen, die ihn immer wieder auf den „Boden der Tatsachen“ zurückholen. Dazu bedarf es der sogenannten Wurzeln. Back to the roots ist ja mittlerweile ein geflügelter Begriff geworden und wird inflationär gebraucht. Fast jeder Mensch, der meint in einer Sinnkrise zu sein, besinnt sich auf seine Herkunft. In seinem Roman Y begibt sich Jan Böttcher auf die Suche nach den Wurzeln eines Menschen, ja eigentlich einer ganzen Familie. Weiterlesen

In Schlucken-zwei-Spechte. Harry Rowohlt erzählt Ralf Sotscheck sein Leben von der Wiege bis zur Biege

Hätte ich diese Biographie nur früher gelesen.

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von Nicole Kutzner

Harry Rowohlt erzählt, Ralf Sotscheck lenkt

Dass die Verschriftlichung einer Biographie nicht unbedingt etwas mit harter Arbeit zu tun haben muss, geschweige denn sowohl der Inhalt als auch die Formulierungen durchchoreographiert sein müssen, zeigen Ralf Sotscheck und Harry Rowohlt in der 2002 erschienenen Harry-Rowohlt-Biographie. Die Idee zu diesem Projekt hatte der Verleger Klaus Bittermann, welcher Ralf Sotscheck und Harry Rowohlt vorschlug, doch einfach mal ein Tonband bei ihren etlichen Kneipenbesuchen laufen zu lassen, um daraus eine Biographie über Harry Rowohlt zu machen. Weiterlesen

Jahresrückblick: Unsere Lieblinge des Jahres 2016

Das neue Jahr hat angefangen. Wir freuen uns schon auf jede Menge neue Bücher und Lesestoff, ob alt oder neu, den wir entdecken können. Erst blicken wir aber noch einmal zurück ins Jahr 2016. Unsere Redakteure haben sich die gelesenen Bücher des vergangenen Jahres angesehen und sich für ihre Lieblinge entschieden, die sie aufregend und begeisternd gefunden haben. Wir wünschen alle einen guten Start ins Jahr 2017. Weiterlesen

Reinhard Kleist: Havanna. Eine kubanische Reise

Das letzte Paradies?

Reinhard Kleist zeichnet ein ambivalentes Havanna

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von Torsten Ehlers

Im März 2008 macht sich der Zeichner und Graphic Novel-Autor Reinhard Kleist auf den Weg nach Kuba. Sein Ziel: Havanna. Sein Anliegen? Er möchte ein Reisetagebuch erstellen und das Bild eines spannenden Landes und einer spannenden Stadt zeichnen. Weiterlesen

Wechselseitig: Wir als Leser

Welcome to the jungle

Teresa Präauer liest in Rostock aus ihrem neuen Roman Oh Schimmi.

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von Torsten Ehlers

Eigentlich fand ich den neuen Roman von Teresa Präauer eher durchschnittlich. Klar, es ist ein Text, der sprachlich mindestens ambitioniert ist und der auch nicht wirklich schlecht ist, aber irgendetwas fehlt. Doch der Reihe nach. Es ist Dienstag. Deutschlands Fußballnationalmannschaft trifft bei einem Freundschaftskick auf Italien, ein Spiel, das sich von vornherein in die langweiligste Kategorie stecken lässt. Da kann ich dann doch zur Lesung gehen und hoffen, dass Teresa Präauer es schafft, ihr neuestes Werk so darzustellen, dass ich zumindest eine Meinung zu dem Roman bekomme. Weiterlesen