Thomas von Steinaecker und Barbara Yelin: Der Sommer ihres Lebens

Was am Ende bleibt

Barbara Yelins und Thomas von Steinaeckers feinfühlige Graphic Novel untersucht das Leben.

Yelin Der Sommer ihres Lebens

von Torsten Ehlers

„Der Mensch ist die Summe seiner Erinnerungen“, hat mal eine kluge Person gesagt. Wer genau, ist unbekannt, aber steckt in diesem Spruch mehr als nur ein Körnchen Wahrheit? Was ist, beispielsweise, wenn man sich infolge einer Demenzerkrankung nur noch an einige wenige Dinge aus seinem Leben erinnern kann? Ist es dann abhängig von diesen letzten im Kopf verbliebenen Erinnerungen, ob wir ein glückliches oder unglückliches Leben geführt haben? Wenn man sich dieser Thematik annehmen möchte, muss man schwere Kost befürchten. Aber keine Angst, Barbara Yelin und Thomas von Steinaecker steigen nicht ganz so hart in ihre Graphic Novel Der Sommer ihres Lebens ein. Aber am Ende stellt sich die Frage, was vom Menschen bleibt, unweigerlich. Weiterlesen

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Neil Gaiman: Nordische Mythen und Sagen

Wie war das noch mal mit Odin, Loki und Thor?

Die nordische Mythologie neu erzählt von Neil Gaiman

Neil Gaiman - Nordische Mythen und Sagen

von Torsten Ehlers

Seitdem Loki und Thor sich durch die Marvel-Comicverfilmungen zoffen und zusammenraufen, nur um sich dann doch wieder miteinander zu streiten, scheint es ein grundsätzliches Bedürfnis zu geben, sich mit der nordischen Mythologie auseinanderzusetzen. Da kommt es doch sehr gelegen, dass sich ein Autor wie Neil Gaiman der Sache annimmt. Weiterlesen

Jakob Hinrichs: Hans Fallada. Der Trinker

Nicht einfach nur nacherzählt

Jakob Hinrichs verarbeitet in seiner Graphic Novel unter anderem Falladas Trinkerroman.

Fallada der trinker graphic novel

von Torsten Ehlers

An einem dieser kalten und ungemütlichen Frühlingstage gehe ich mal meinen Noch-zu-lesen-Stapel durch. „Stapel“ ist eigentlich das falsche Wort. Vielmehr trifft die Bezeichnung Turm ins Schwarze. Wie dem auch sei, ich stoße dabei auf die Graphic Novel von Jakob Hinrichs, der sich augenscheinlich dem Roman Der Trinker widmet und diesen in ein neues Medium gepackt hat. Ich weiß nicht genau, warum ich so lange gebraucht habe, um mir dieses Werk zu Gemüte zu führen. Lag es daran, dass mich Falladas Roman erschüttert hat oder eher daran, dass ich dieses Werk sehr gut fand und mir dieses Lesevergnügen nicht verderben wollte? Ich weiß es nicht, aber wenn es einer dieser Gründe war, dann waren meine Befürchtungen umsonst. Weiterlesen

Martin Korte: Wir sind Gedächtnis

Wenn wir Gedächtnis sind, wer sind wir dann überhaupt?

Der Neurobiologe Martin Korte beobachtet unser Gehirn beim Erinnern.

Wir sind Gedaechtnis von Martin Korte

von Stephan Lesker

Ein Computer mit der Kapazität unseres Gedächtnisses hätte ein Datenvolumen, das in etwa dem Speicherplatz von 2,5 Millionen CDs entspricht. Falls sich CDs demnächst endgültig überlebt haben sollten: wir reden hier von ca. einem Petabyte, also 1015 oder 1.000.000.000.000.000 Bytes. Das Speichervolumen Ihres Gehirns übertrifft Ihr Smartphone um ein Vielfaches. Wozu brauchen Sie das Ding eigentlich, wo Sie doch viel smarter sind?
Nun ja, vielleicht, weil das mit unserem Gehirn doch nicht ganz so einfach ist. Martin Korte geht nicht nur der Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses auf den Grund, sondern auch den Tücken unseres Erinnerungsapparates. Weiterlesen

Martin Thomas Pesl: Das Buch der Schurken

Das Einmaleins der Bösewichte

Martin Thomas Pesl wirft einen Blick auf einige Antagonisten der Weltliteratur.

Pesl Buch der Schurken

von Torsten Ehlers

Bevor ich mit der Rezension der Taschenbuchausgabe von Martin Thomas Pesls Das Buch der Schurken beginne, möchte ich erst mal einige Frage stellen. Können Sie sich Batman ohne den Joker vorstellen? Was wäre Sherlock Holmes ohne Moriarty? Wäre Harry Potter nicht langweilig, wenn es Lord Voldemort nicht geben würde? Ist Effi Briest ohne den Baron von Instetten lesenswert? Was wäre die nordische Mythenwelt nur ohne Loki? Weiterlesen

Szczepan Twardoch: Drach

Vor der Erde sind wir alle gleich.

Szczepan Twardoch lässt unseren Planeten vom 20. Jahrhundert erzählen.

Twardoch Drach

von Torsten Ehlers

Die Erde könnte viele Geschichten erzählen. Es gibt so viele Ereignisse, die einer Erinnerung bedürfen. Dies gilt für die großen historischen Begebenheiten wie für die Vorgänge, die dem Einzelnen wichtig sein können. Doch niemand sollte sich selbst zu wichtig nehmen, denn in dem kollektiven Gedächtnis der Erde, aus der wir kommen und in die wir wieder zurückehren werden, sind wir gerade einmal ein Wimpernschlag und überhaupt nicht wichtig. Ganze Epochen oder Dekaden sind irrelevant. Dies verdeutlicht der Blick auf das 20. Jahrhundert aus der Sicht der Erde. Weiterlesen

Kostet das Leben Zeit? Absolut! – Interview mit Jens Sparschuh

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von Stefan Tuczek

Der diesjährige Bücherfrühling wurde wie jedes Jahr traditionell mit der Leipziger Buchmesse (15.03 bis 18.03.2018) eröffnet. Neben vielen interessanten Vorträgen, Events und der Aktion „Leipzig liest“ standen natürlich die vielen Neuerscheinungen im Mittelpunkt des Geschehens. In einer ruhigen Minute konnten wir mit dem Schriftsteller Jens Sparschuh über seinen neuen Roman Das Leben kostet viel Zeit reden.

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