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Isabella Breier: DesertLotusNest

Drei Frauen und ein Philosoph

Isabella Breiers DesertLotusNest weckt ein Bewusstsein für die Absurditäten im Leben.

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von Stephan Lesker

Das Jahr 2021 wird etwas Großes bringen. Isabella Breier wird dann einen Sammelband herausgeben, der uns endlich das Werk des großen Philosophen Antoine Bachsirad erschließen wird. Größen der Bachsirad-Forschung kommen zu Wort und werden die Poetik des Phönix, das Alterswerk des Universalgelehrten, deuten. Allen voran Esther Wenger-Cordialis, Zahra Klaric und Leonore Berger.
Wenn Sie nicht wissen, wer Antoine Bachsirad ist, sollten Sie das schnellstens ändern. Er gilt als „Meister der textuellen Störfaktoren“ und ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der philosophischen Anthropologie sowie in Sachen des kollektiven, kulturellen und kommunikativen Gedächtnisses. Weiterlesen

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Carmen Stephan: It’s all true

Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters. Und die Realität? 

Philosophischer Roman über die Abbildung der Realität

Carmen Stephan it's all true

von Torsten Ehlers

Es gibt Kunstrichtungen, in denen man die Realität abzubilden versucht. Müsste es dann nicht so sein, dass eigentlich alle die wahrgenommene Realität gleich abbilden? Kann man dies überhaupt? Die Antwort darauf fällt leicht. Sie ist ein klares: Nein. Jede Realität sowie jede Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters. Dies müssen die Protagonisten in Carmen Stephans Roman It’s all true teilweise auf sehr harte Art und Weise lernen, ausgenommen vielleicht der Fischer Jacaré. Später dazu mehr. Weiterlesen

Annette Mingels: Was alles war

Familie kann man sich nicht aussuchen! Oder doch?

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von Nicole Kutzner

Was macht Familie aus?

Irgendwann ist in einer Beziehung der Punkt erreicht, an dem sich beide Partner darüber Gedanken machen, ob sie gemeinsam Kinder haben möchten. Oder ob sie überhaupt Kinder haben möchten. Aber sobald sich beide dafür entschieden haben, fängt das Problem vielleicht erst an. Damit meine ich nicht die langen Nächte, die man sich um die Ohren schlagen muss, während Windeln gewechselt und Fläschchen gegeben werden müssen. Das Problem kann schon viel früher entstehen. Weiterlesen

Lukas Bärfuss: Hagard

Zwischen Normalität und Wahnsinn.

Lukas Bärfuss erzählt vom psychischen Verfall eines Menschen.

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von Torsten Ehlers

Dass ein guter Roman nicht unbedingt ein dicker Roman sein muss, beweist Lukas Bärfuss mit Hagard. Doch was für eine Bedeutung hat Hagard eigentlich? Was dieses Wort oder auch dieser Begriff sein kann, dafür gibt es verschiedene Optionen. Das deutsche Jagdlexikon zum Beispiel sagt dazu nur, dass es kein junger Beizvogel mehr ist, sondern schon dem Erwachsenenalter entspricht. Schaut man in ein englisches Wörterbuch, steht da als deutsche Übersetzung „verhärmt“. In einem französischen Wörterbuch steht „verstört“, es kann aber auch „scheu“, „wild“ und „störrisch“ bedeuten. Sogar die Schreibweise variiert. Im Englischen wird Hagard mit einem Doppel g geschrieben, also haggard. Klingt fast ein bisschen nach dem Lehrer aus Hogwarts Hagrid. Eines ist jedenfalls klar, dass die Bedeutung oder auch die Übersetzungen dieses Wortes oder auch Begriffes schwer nachzuvollziehen und nicht einfach zu ergründen sind. Der Protagonist in Bärfuss‘ Roman entspricht exakt diesem Typus. Genau genommen könnten die beiden Hauptcharaktere „Hagards“ sein, denn beide sind schwer zu fassen und nicht immer nachzuvollziehen. Weiterlesen

Sadie Jones: Jahre wie diese

„Sie liebten sich auf der dicken, weichen Matratze, die keine Sprungfedern hatte, und im feuchten Gras der sonnenbeschienenen Wiesen.“  – Sadie Jones Jahre wie diese

Jahre wie diese von Sadie Jones

von Nicole Kutzner

London Mitte der 70er Jahre

Bereits in den 60er Jahren hatte sich London zur europäischen Hauptstadt der Popkultur entwickelt, in der die Londoner ihr neu gewonnenes Lebensgefühl mit Musik, Mode und Literatur zum Ausdruck brachten. Die 70er wurden dann zwar zu dem Jahrzehnt, in dem das Vereinigte Königreich als „kranker Mann Europas“ bezeichnet wurde, weil das BIP zwei Jahre hintereinander gesunken war: Der kulturellen Szene Londons tat dies jedoch keinen Abbruch. Weiterlesen

Jan Böttcher: Y

Die improvisierte Welt.

Jan Böttcher beschreibt die Entwurzelung von Menschen.

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von Torsten Ehlers

Was der Mensch braucht, um geerdet zu werden, sind andere Menschen, die ihn immer wieder auf den „Boden der Tatsachen“ zurückholen. Dazu bedarf es der sogenannten Wurzeln. Back to the roots ist ja mittlerweile ein geflügelter Begriff geworden und wird inflationär gebraucht. Fast jeder Mensch, der meint in einer Sinnkrise zu sein, besinnt sich auf seine Herkunft. In seinem Roman Y begibt sich Jan Böttcher auf die Suche nach den Wurzeln eines Menschen, ja eigentlich einer ganzen Familie. Weiterlesen

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit

Traurig schön

Benedict Wells malt mit Worten ein Bild der Einsamkeit

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von Torsten Ehlers

Eigentlich beeinflussen uns Klappentexte sehr stark in unserer Entscheidung, ob wir ein Buch lesen wollen oder nicht. Gefällt einem zunächst die optische Gestaltung, nimmt man meist auch die Bürde auf sich und liest den Klappentext. Im Fall von Benedict Wells neuen Roman Vom Ende der Einsamkeit kann es aber passieren, dass man einen wundervollen Roman verpasst. Weiterlesen